Autonomie fördern: Warum „Einfach machen lassen“ nicht funktioniert
Autonomie fördern: Reicht mehr Freiraum?
Viele Führungskräfte denken, sie fördern Autonomie, indem sie ihren Mitarbeitenden mehr Freiraum geben. Sie übertragen Aufgaben, halten sich mit Vorgaben zurück und ermöglichen selbstständige Entscheidungen.
Trotzdem kommen die Mitarbeitenden weiterhin mit zahlreichen Rückfragen.
„Kann ich das so machen?“
„Was würdest du entscheiden?“
„Soll ich dir das vorher noch einmal zeigen?“
Irgendwann fragen sich Führungskräfte verständlicherweise: Warum übernehmen meine Mitarbeitenden nicht endlich mehr Verantwortung?
Doch vielleicht lohnt es sich, die Frage einmal umzudrehen.
Autonomie fördern bedeutet nicht Rückzug
In der Führungspraxis wird Autonomie häufig mit möglichst wenig Einmischung verwechselt. Die Führungskraft übergibt eine Aufgabe und sagt sinngemäss:
„Du kannst das selbst entscheiden. Mach einfach.“
Das klingt zunächst nach Vertrauen und Eigenverantwortung. Für Mitarbeitende kann sich dieselbe Situation jedoch ganz anders anfühlen.
Was wird genau erwartet?
Wie weit reicht der eigene Entscheidungsspielraum?
Wann ist eine Rücksprache notwendig?
Und was passiert, wenn die Entscheidung später meiner Führungskraft nicht gefällt?
Fehlen Antworten auf diese Fragen, entsteht nicht automatisch Autonomie. Manchmal entsteht vor allem Unsicherheit.
Eine aktuelle arbeitspsychologische Studie zeigt, dass Autonomie damit zusammenhängt, wie sinnvoll Menschen ihre Arbeit erleben und wie zufrieden sie mit ihrer Arbeit sind. Doch die entscheidende Frage lautet: Was verstehen wir eigentlich unter Autonomie?
Wie können Führungskräfte Autonomie fördern?
Natürlich gehört zur Eigenverantwortung auch der Mut, Entscheidungen zu treffen und nicht wegen jeder Kleinigkeit nachzufragen.
Gleichzeitig sollten Führungskräfte prüfen, welchen Rahmen sie geschaffen haben. Denn Mitarbeitende können Verantwortung nur dann sinnvoll übernehmen, wenn sie wissen, worüber sie tatsächlich entscheiden dürfen.
Autonomie fördern heisst deshalb nicht, Mitarbeitende einfach allein machen zu lassen. Aber es bedeutet ebenso wenig, jeden Arbeitsschritt vorzugeben und ständig zu kontrollieren.
Die eigentliche Führungsaufgabe liegt irgendwo dazwischen.
In der aktuellen Folge von Fit.For.Leadership. gehe ich der Frage nach, weshalb mehr Freiraum nicht automatisch zu mehr Eigenverantwortung führt. Ausserdem schauen wir darauf, warum manche Mitarbeitende trotz guter Absichten der Führungskraft immer wieder Rückversicherung suchen.
Denn vielleicht ist Autonomie gar nicht das Gegenteil von Führung.
Vielleicht braucht gute Autonomie sogar mehr Führung, als wir zunächst glauben.
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