Von agilen Methoden lernen und so die Feedback- und Lernkultur in deinem Team fördern

Von agilen Methoden lernen:  So bringst du die Feedback- und Lernkultur in deinem Team voran

Es gibt verschiedene Arten zu lernen. Nicht nur im Businesskontext kommt den praktischen Erfahrungen eine wichtige Bedeutung zu. Diese Erfahrungen beziehen sich einerseits auf das erreichte Ergebnis (was?) und andererseits auf den Weg zum Ergebnis (Wie?).

Im Folgenden rede ich vor allem von meinen ganz eigenen persönlichen Erfahrungen. Betrachten wir eher klassische Arbeitsweisen wie Projektmanagement so haben wir ein formuliertes Endergebnis, welches oft weit in der Zukunft liegend erreicht werden soll. Auf dem Weg dorthin sind wichtige Meilensteine definiert. Helfen uns diese Meilensteine beim Lernen als Team oder Organisation?

Meistens nicht. Ich kenne es so, dass bei Meilensteinen lediglich festgestellt wird, ob der Zeitplan angepasst werden muss oder die Forderung entsteht schneller zu arbeiten. Von einem gemeinschaftlichen Lernen kann hier keine Rede sein.

Es gibt zwar die Lessons Learned, diese werden jedoch üblicherweise erst in oder nach der Abschlussphase des Projektes erhoben. Die meisten, gerade kleineren Erfahrungen, die über Monate gemacht wurden, sind dann schon wieder vergessen. Oder die Erkenntnisse nutzen nichts, weil sie nicht mehr ins abgeschlossene Projekt einfliessen können.

Umso mehr gefallen mir daher die agilen Methoden/Frameworks wie Scrum oder OKRs, weil Lernen dort ein zentraler Bestandteil des gesamten Vorgehens ist.

In Scrum manifestiert sich das Lernen durch den Sprint (bei OKR ist es der OKR Zyklus) und die dazugehörigen Reviews und Retrospektiven. Der Sprint im Scrum dauert max. vier Wochen. Das ist lang genug, um ein vorstellbares Ergebnis zu haben; etwas, zu dem ihr als Team bspw. vom Kunden im Sprint Review Meeting ein Feedback bekommt, ob ihr auf dem richtigen Weg seid. Ihr lernt also durch das Feedback.

Das Gute ist, dass es auch nicht schlimm ist, wenn ihr nicht auf dem richtigen Weg seid. Da der Sprint zeitlich überschaubar ist, hält sich auch ein eventueller Schaden in Grenzen. In der Retrospektive seid ihr als Team unter euch und richtet den Blick nach innen. Hier beleuchtet ihr die Zusammenarbeit innerhalb des Teams sowie Möglichkeiten um eure Kooperation zu verbessern.

Sprints mit den eher kurzen Zeiteinheiten bedeuten somit also ein schnelleres Lernen auf Team-und Organisationsebene als es bei klassischen Arbeitsweisen möglich ist.

Es ist diese Kombination aus überschaubaren Zeiträumen und dazugehörigen Lernelementen, die meiner Meinung essentiell wichtig ist, wenn du mit deinem Team erfolgreich sein möchtest.

Was heißt das für dich als Führungskraft und wie kannst du davon profitieren, auch wenn ihr noch nicht agil arbeitet?

  1. Nutze Meetings nicht nur als Besprechung über (erledigte) Aufgaben, sondern auch um die Zusammenarbeit innerhalb des Teams zum Thema zu machen.
  2. Für eine Feedback-und Lernkultur innerhalb deines Teams reicht es nicht aus, einmal jährlich über die Teamarbeit zu sprechen. Erhöhe die Häufigkeit. Alles was mehr als einmal jährlich ist, ist oft schon eine Verbesserung.
  3. Die Feedback- und Lernkultur des Teams wächst jedoch nur, wenn du Retrospektiven zur Zusammenarbeit regelmäßig im Teamkalender einplanst. So können sich neue Routinen entwickeln.

 

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