Schluss damit: Hören Sie als Führungskraft auf, sich ständig um die schlechten Mitarbeiter zu kümmern!

Die Frage, wie mit einem inkompetenten und/oder unmotivierten Mitarbeiter umzugehen ist, stellt wohl die wichtigste Frage für viele Führungskräfte dar. Kaum eine Führungskraft, die nicht genau so einen Mitarbeiter bei sich im Team hat, oder?

Und was haben Sie als Führungskraft nicht schon alles ausprobiert bei diesem schlechten Mitarbeiter: Sie haben mit dem Mitarbeiter Gespräche geführt.

  • Sie haben gelobt, gemahnt und gedroht.
  • Sie haben immer wieder Fragen gestellt, was hinter der Schlecht-Leistung stecken könnte.
  • Sie haben bereits unzählige Abmachungen mit dem Mitarbeiter getroffen, verbunden mit der Hoffnung, dass sich dessen Arbeitsleitung verbessert.

Nichts davon hat wirklich etwas gebracht. Sie sind mit Ihrem Latein am Ende und möchten gerne wissen, was Sie noch ausprobieren können, um diesen Mitarbeiter zu motivieren.

Alles Flaschen?

Wie sieht denn die Situation bei Ihren anderen Mitarbeitern aus?

In einem zehnköpfigen Team verteilt es sich üblicherweise wie folgt:

Sie haben vielleicht zwei sehr gute Mitarbeiter (A-Mitarbeiter=20%), sieben Mitarbeiter, die gut bis okay arbeiten (B-Mitarbeiter=70%), und einen ganz schlechten Mitarbeiter (C-Mitarbeiter=10%).

Die Aufmerksamkeit als Führungskraft bewusst lenken

Warum stecken dann viele Führungskräfte, die ich kenne, den Großteil ihrer Kraft, Energie und Aufmerksamkeit in den schlechten C-Mitarbeiter?

Warum nicht besser die Kraft, Energie und Zeit auf die 90% Mitarbeiter lenken, die okay bis sehr gut schaffen? Warum nicht die 70% B-Mitarbeiter unterstützen, fördern und entwickeln?

Was ist besser: Demotivation der guten oder Motivation der schlechten Mitarbeiter?

Fragen Sie sich doch mal, wie diese hohe Aufmerksamkeit für einen C-Mitarbeiter bei Ihren guten Mitarbeitern ankommt!

Als Führungskraft sind Sie doch bestimmt viel unterwegs in Meetings, auf Geschäftsreisen und Ihre Mitarbeiter bekommen Sie nicht viel zu sehen, geschweige denn zu sprechen. Und in den seltenen Momenten, in denen Sie Zeit für ein Gespräch hätten, ärgern Sie sich wieder einmal mit ihrem “Problemkind” herum, führen mit diesem das x-te Gespräch. Das nervt nicht nur Sie selbst, sondern auch Ihre A- und B- Mitarbeiter, und zwar gewaltig, denn Sie als Chef verbringen immer wieder wertvolle Zeit mit dem C-Mitarbeiter.
Denn es ist klar, welche Botschaft bei den guten Mitarbeiter ankommt: “Ich nehme mir Zeit für den schlechten Mitarbeiter. Ihr müsst warten!”

Wie reagieren nun A- und B-Mitarbeiter auf dieses Signal, das Sie mit Ihrem Führungsverhalten geben?

Nun, meistens mit Frustration, Demotivation und dem Gefühl, dass Sie als Chef ständig für das “Problemkind” Zeit haben, nur nicht für die guten Mitarbeiter.

Dann brauchen wir auch nicht mehr darüber zu sprechen, wie Sie als Führungskraft Ihre Mitarbeiter motivieren können. Ihr Problem besteht hauptsächlich darin, dass Sie mit Ihrem Führungsverhalten die guten Mitarbeiter demotivieren.

Rennpferd oder lahmer Gaul?

Die A- und B-Mitarbeiter sind aber die Rennpferde in Ihrem Stall. Warum um Himmels Willen setzen Sie dann auf den lahmen Gaul? Ist es denn Ihr Job, den lahmen Gaul auf die Rennstrecke zu schicken?

Konzentrieren Sie sich bitte darauf, dass die Rennpferde im Stall ihre Rennen weiter erfolgreich gestalten.
Widmen Sie sich also bitte nicht ständig und immer wieder den schlechten Mitarbeitern!
Lenken Sie Ihren Blick stattdessen auf die guten Mitarbeiter und diejenigen, die ihre Arbeit “okay” machen.

Denn das ist Ihr Job als Führungskraft: selbst und mit ihrem Team erfolgreich zu sein und Ihre Mitarbeiter zu fordern, zu fördern und zu entwickeln.

Schlussbemerkung: Damit wir uns richtig verstehen …

Die mir bekannten Führungskräfte haben beim C-Mitarbeiter in der Regel schon viel versucht und ausprobiert:

Aber irgendwann ist genug: Kümmern Sie sich besser um die guten Mitarbeiter! Das bringt mehr!

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