Mein wertvollstes Führungsinstrument

Sich als Führungskraft selbst führen: es wird viel darüber gesprochen, aber oft bleibt schwammig, was damit gemeint ist.

Gastautor Peter Staub versucht Licht ins Dunkle zu bringen und gibt Tipps zur Selbstführung.

Sie kennen wahrscheinlich das bekannte Zitat von Peter F. Drucker, dem Pionier der modernen Managementlehre: “Nur wenige Führungskräfte sehen ein, dass sie letztlich nur eine Person führen müssen, nämlich sich selbst.”
Nur, sich selbst führen, wie geht das?

Dahinter steht die Annahme, dass eine Führungskraft nur dann dauerhaft wirkungsvoll und erfolgreich Menschen führen kann, wenn sie selber über ihre Persönlichkeit, ihren Charakter sowie ihre “blinden Flecken” (selber unerkanntes ungünstiges Verhalten) gründlich reflektiert und “gesunde” Entwicklungsschritte gemacht hat. Jemand kann noch so viele wertvolle Führungsseminare besucht und erfolgreiche Ausbildungsabschlüsse gesammelt haben – erfolgen daraus keine konkreten Veränderungsschritte für das eigene Handeln, bleibt das erlernte Wissen leblose Theorie.

Führe dich selbst

Das Werkzeug zum “Sich-selbst-führen” heisst innerer Dialog. Stellen Sie sich dazu vor, Sie schauen in den Spiegel und unterhalten sich mit Ihrem Spiegelbild, besprechen allerlei Situationen, Ereignisse und was Sie gerade beschäftigt. Ja genau, Sie führen eine Art Selbstgespräch und entscheiden vielleicht am Ende “etwas” zu verändern – ein ungünstiges Verhalten oder eine überholte Gewohnheit. Kurz: Sie sind am Nachdenken (danach über etwas denken) über sich selber und Ihr Leben und machen Schritte der Veränderung. Dies klingt so einfach und selbstverständlich, dennoch vermeiden viele Menschen wirklich vertieft und selbstkritisch über sich und ihr Verhalten nachzudenken. Nachdenken oder Reflektieren ist etwas ganz Kostbares, setzt Potenziale frei und hat immer etwas Positives. Aber es macht anfangs auch etwas Angst, weil man Dinge erkennen kann, welche einem unangenehm erscheinen.

Dieses Nachdenken mit einem hochentwickelten Gehirn ist ein einzigartiges Privileg, welches von allen Lebewesen auf diesem Planeten einzig uns Menschen vorbehalten ist. Kein Tier und keine Pflanze hat die Fähigkeit über sich selbst nachzudenken in der Form wie dies ein Mensch tun kann. Also, nutzen Sie dieses grossartige Vorrecht und damit ihr wertvollstes Führungsinstrument.

Gesund dank seelischer Balance

Je nach genetischer Veranlagung (Persönlichkeit, Charakter, Temperament) oder gemachten Erfahrungen kann die Motivation, über sich selber nachzudenken sehr unterschiedlich sein. Ein Modell der Psychologie spricht von sogenannten Selbst-Steuerungskompetenzen, welche im Einklang mit unseren Kernbedürfnissen (Beziehung, Leistung, Macht und Freiheit) eine gesunde seelische Balance ergeben. Ein Ungleichgewicht kostet viel Energie, ist langfristig ungesund und unser Umfeld wird irgendwann sagen: das haben wir schon immer kommen sehen…

Dazu ein paar Fragen zum Nachdenken:

  • Wie stufen Sie Ihre Ausprägung in Bezug auf Nachdenken und Reflektieren ein?
  • Welche guten Erfahrungen haben Sie mit inneren Dialogen bereits gemacht?
  • Was hindert oder was unterstützt Sie, über sich selbst nachzudenken?
  • Was würde eine gute Freundin, ein guter Freund Ihnen zum persönlichen Nachdenken wünschen und empfehlen?

Eine Entdeckungsreise, die sich lohnt

Lernen Sie Ihr Spiegelbild (besser) kennen und machen Sie sich auf eine spannende Entdeckungsreise. Erfahren Sie mehr über Ihr wertvollstes Führungsinstrument – Ihr Gehirn. Für den inneren Dialog und das Nachdenken gilt hier der Satz: Use it or lose it – d.h. diese Fähigkeiten stehen insbesondere dann zur Verfügung, wenn sie, genau wie ein Muskel regelmässig trainiert und genutzt werden.

Unterwegs oder am Ende Ihrer persönlichen Entdeckungsreise werden Sie möglicherweise feststellen, dass Sie als Führungskraft oder überhaupt als Individuum nicht nur wirkungsvoller und erfolgreicher sondern auch motivierter, leichter und erfüllter unterwegs sein werden.

Und das ist alles was Sie dazu brauchen: Sich selbst, etwas Zeit und ein passendes Ambiente. Wenn es Ihnen schwer fällt, sich alleine dafür zu motivieren, arbeiten Sie zusammen mit einer inspirierenden und vertrauten Person aus Ihrem Umfeld oder engagieren Sie einen Coach.

Tipp: Suchen Sie sich zum Nachdenken das passende Ambiente

  • Ein Spaziergang am Fluss
  • Auf dem Balkon bei einer Tasse Kaffee oder Tee
  • Beim Joggen im Wald
  • Auf dem Aussichtsturm mit Weitsicht
  • An Ihrem Lieblingsort

Nutzen Sie Ihr wertvollstes Führungsinstrument und belohnen Sie sich mit mentaler Gesundheit und neuen Erkenntnissen für Ihr Leben.

Herzlichst
Ihr Peter Staub, Inhaber spiegelpause
Leadership, Coaching, Mediation

www.spiegelpause.ch

0 Kommentare

Und was meinst du?

Du willst etwas anmerken, ergänzen, widersprechen, bestätigen oder an an der Diskussion teilnehmen?
Dann hinterlass deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.